Der Malergeselle

Hat der strenge Handwerksmeister
sich doch einmal wegbegeben.
Nun klau´ ich mir Pinsel, Kleister,
Farbe und auch die Tapeten,
schließe schnell die Ladentür,
und lad´ den Kram im Auto ab.
Selbst den Lehrling ich verführ´
zur Schwarzarbeit, denn Geld ist knapp!

Schneller, schneller wird die Farbe dann zu Hause angemischt
und dem Chef erzählt: „Ich darbe!“, bis die Wohnung aufgefrischt.

Ja, so mach´ ich´s! Bin doch helle!
Muss doch schauen, wo ich bleib
und mit Rücksicht auf die Quelle
seh´n, dass ich nicht übertreib.
Denn der Meister darf nichts schnallen,
wenn er die Bestände zählt.
Schließlich würd´s ihm nicht gefallen,
wenn er sieht, was alles fehlt.

Hastig, hastig – schnell verstecken! Unschuldsmiene ins Gesicht.
Nun noch schnell die Zähne blecken … Guter Chef! Der merkt das nicht!

Katrin Kutsche (März 2008)
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