Sind die Lichter angezündet …

Dies ist ein recht unkomplizierter weihnachtlicher Sketch für sechs Personen.

Benötigt werden:
sechs Stühle, sechs Ausdrucke des Sketches, ein großes weißes Laken, eine Befestigung für das Laken (oder zwei Personen, die es festhalten), eventuell Requistien wie Perücken, Brille, Hut, Haarschmuck und Basecap, Textmarker zum Markieren der eigenen Dialog
stellen

Durchführung:
Das Laken dient als Vorhang, hinter dem die Darsteller sitzen. Sobald ein Darsteller an der Reihe ist, steht er auf, trägt seinen Text vor und setzt sich sofort wieder. Hierbei wird von jedem immer nur der Kopf sichtbar, der in Richtung des Dialogpartners oder
bei Monologen – zum Publikum gedreht wird. Da die meiste Zeit alle vom Vorhang verborgen werden, ist kein Text auswendig zu lernen, was eine halbwegs spontane Aufführung ermöglicht.

…………………………………………………………………………………………

Erzähler: Es ist der Tag vor Heilig Abend. Wir sind zu Besuch bei Familie Rüttelmeier, wo alle ziemlich spät dran und die weihnachtlichen  Vorbereitungen im vollen Gange sind. Während Vater Rüttelmeier seinen Kampf mit der Außenbeleuchtung am Haus beginnt …

Vater: Die Glühbirnen sehen auch nicht mehr so taufrisch aus …
(abwinkend) Ach, das geht schon. Ich steck das mal eben an.

Erzähler: … hastet Mutter Rüttelmeier bereits von einer Erledigung zur nächsten.

Mutter:  Oh nein, das schaff ich nie, das schaff ich NIE! Ich muss noch einkaufen, Staub wischen und Fenster putzen und … Oh nein! Telefonieren – mit … äh … dem Weihnachtsmann.

Sabine: Sag ihm, ich will eine rosa Puppe – mit Glitzerkleid.

Mutter: Ja, mein Schatz. Ich frag ihn, ob er solche Puppen hat.

Erzähler: Auch Oma Rüttelmeier steht unter Stress. So viele Lebkuchen, Plätzchen und Stollen zu backen und so wenige Leute, um die Köstlichkeiten zu kosten.

Oma: Ich hoffe, die Lebkuchen schmecken auch. Will mal jemand kosten?

Vater, Mutter und Theodor (gemeinsam zu Oma): Nein, jetzt lieber nicht!

Sabine: Sind die rosa und mit Glitzer?

Oma: Nein, mit Schokolade.

Sabine: Dann mag ich nicht.

Oma: Gut, dann koste ich selbst!
Sooo hoch war mein Blutzucker heut früh auch nicht.

Erzähler: Klein-Sabinchen ist, wie wir eben hören konnten, in ihrer rosa Phase, während ihr elfjähriger Bruder Theodor, momentan für offenes Feuer entflammt ist.

Theodor: Boah! Schau mal Papa – fünffache Power! Das brennt wie Zunder!

Vater: Theodor! Puste sofort die Kerzen aus! … Und mach bitte die Knoten aus der Außenbeleuchtung.

Theodor (entmutigt): Ja, Papa!

Sabine: Aber ich will eine rosa Lichterkette! Mit viel Glitzer!

Vater: Ja, mein Schatz. Ich seh nach, ob wir so eine haben.

Theodor: Boah! Schau mal, wie die Pyramide rennt, Papa!
Das brennt wie Zunder!

Vater: Theodor! Lass gefälligst die Pyramide in Ruhe! Und mach bitte den großen Weihnachtsmann sauber. Der muss heut noch aufs Garagendach.

Theodor: Ja, Papa!

Oma: Möchte mal jemand die Plätzchen kosten?

Sabine: Sind die rosa und mit Glitzer?

Oma: Nein, mit Zitronenglasur.

Sabine: Dann mag ich nicht.

Vater: Keine Zeit für Kekse. Der große Weihnachtsmann muss aufs Dach.
Das Kabel ist zwar schon ein bisschen marode, aber das geht sicher noch.
Ich steck ihn mal eben an.

Oma: Theodor? Magst DU ein paar Plätzchen?

Theodor: Jetzt nicht, ich bin beschäftigt. – Boah! Der raucht wie Zunder!

Oma: Theodor! Lass gefälligst die Hände von dem Räuchermann! (bleibt oben)

Theodor:  … Ja, Oma.

Oma: Und wer soll jetzt die Plätzchen kosten? …
Ach, was solls! Mein Blutzucker war heut früh ganz in Ordung. (runter)

Erzähler: Unterdessen putzt sich Mutter Rüttelmeier systematisch durch das ganze Haus.

Mutter: Oh nein, das schaff ich nie, das schaff ich NIE! Bis heut Abend muss alles sauber sein!

Oma: Ganz ruhig. Koste lieber mal den Stollen. Gerade fertig geworden.

Mutter: Was? Nein danke, jetzt nicht. Ich muss noch Kartoffelsalat machen und den Braten vorbereiten und …  –
Oh nein, das schaff ich nie, das schaff ich NIE!

Sabine: Ist der Stollen rosa? Und mit Glitzer?

Oma: Nein, mit Puderzucker.

Sabine: Dann mag ich nicht!

Oma: Bitte. Mein Blutzuckerspiegel war heut früh tiptop in Ordung, da kann ich auch selbst probieren.

Theodor: Boah! Sieh mal, der Adventskranz, Mutti! Der brennt wie Zunder!

Mutter: Theodor! Geh gefälligst weg von dem Kranz! Und hol mal die Lichterkette für den Weihnachtsbaum raus. Ihr schmückt den heut Abend zusammen mit Vati. (b.o.)

Sabine: Au ja! Mit rosa Kugeln und Glitzerlametta! (b.o.)

Theodor: Ja, Mutti. Gleich … (Zu Sabine) Und das mit den rosa Kugeln kannst du vergessen!

Sabine: Muttiiiiiiii! Ich will aber rosa Kugeln!  (b.o.)

Mutter: Ja doch, mein Schatz! Ich schaue nach, ob wir welche haben. (beide runter)

Erzähler: Schließlich ist Heilig Abend. Oma stellt die Weihnachtsteller mit Plätzchen und Lebkuchen neben die Geschenke unter den Baum, Mutter versucht, Kater Morle vom Lametta fernzuhalten und Vater Rüttelmeier befestigt derweil die Weihnachtsbaumbeleuchtung.

Vater: So. Fertig. Das Kabel am Stecker ist zwar schon etwas angeschmort, aber dieses Jahr geht das schon noch. Ich steck das mal eben an.

Mutter und Oma: Oh! Sieht der Baum  nicht schön aus?

Sabine: Pfff, find ich nicht. Da sind gar keine rosa Kugeln dran. Und viel zu wenig Glitzer.

Mutter: Ja, mein Schatz. Aber dafür sind all deine Päckchen rosa mit Glitzer.

Sabine: Pöh!

Theodor: Ach lass sie doch schmollen, die hat eh ´nen Knall!

Sabine: Hab ich nicht!

Theodor: Hast du doch!

Sabine: Hab ich nicht!

Theodor: Hast du doch! (b.o.)

Sabine: Hab ich gar … (b.o.)

Vater: Sofort Schluss jetzt!    (Sabine + Theodor runter)

Mutter: Oder ihr geht auf eure Zimmer!

Sabine und Theodor (gleichzeitig hoch, strecken sich die Zunge raus): Bäääh!

Oma: Benehmt euch, dann dürft ihr auch ein paar Plätzchen kosten.

Theodor und Sabine (gleichzeitig hoch, zu Oma): Wollen wir gar nicht.

Sabine: Die sind nicht rosa. (runter und gleich wieder hoch)  Und ohne Glitzer.

Oma: Dann ess ich sie halt selber! Mein Blutzuckerspiegel ist … jetzt sowieso egal.

Theodor:  Boah! Schaut mal, der Weihnachtsbaum! Der brennt wie Zunder! (b.o.)

Vater, Mutter, Oma, Sabine: Was?!    (b.o.)

Vater: Ich zieh den Stecker raus!    (runter)

Oma: Die guten Plätzchen!    (runter)

Sabine: Meine Geschenke!        (runter)

Mutter:    Oh nein, die Katze!        (runter)

Erzähler: Faucht

Theodor: ICH hol den Feuerlöscher.    (runter)

Erzähler: Und so konnte Theodor …

Theodor: Boah! Der Baum hat hat gebrannt wie … (b.o.)

Mutter, Vater, Oma, Sabine: … wie Zunder! Wir haben´s alle gesehen! (alle gemeinsam runter)

Erzähler:  … und so konnte Theodor Schlimmeres verhindern. Zwar ist der Weihnachtsbaum abgefackelt, einige Geschenke sind angekokelt, das Wohnzimmer und sämtliche Kekse voller Löschschaum, doch alle – sogar Kater Morle – haben das Inferno heil überstanden. Nach gründlichem Lüften und einer
gemeinsamen Säuberungsaktion lässt die Familie den Heilig Abend besinnlich ausklingen.

Alle (singen): Sind die Lichter angezündet …

Katrin Kutsche (Dezember 2009)
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