Verdammt krümelig!

Eines Tages – die Tine war blau –
kam sie an ´ner Tonne vorbei.
Plötzlich erschallte es: „Tinööööö! Schau!
Hier ist noch ein Platz für dich frei!“

Und der Deckel, er hob sich,
der Müll, der verschob sich,
und raus kam ein grünes Ding.
Es stank und es guckte,
es schielte und spuckte,
und fing dann noch an zu sing´n:

„Es lebe der Müll, der Müll lebe hoch!
Komm Tine, zieh doch bei mir ein!
Dein Haar ist wie Asche,
und wie eine Tasche
aus Krokoleder dein Bein.
Ach Tinööö, du Bienööö,
du Knüllpapier-Trinööö,
komm her und wir müllen zu zweit.
Wir rotten gemeinsam,
zu zweit, nie mehr einsam,
vertreiben uns müffelnd die Zeit.“

Kaum sah sie es lauern,
das Monster und kauern
in schimmelig-grünem Dreck.
Bekam sie das Grausen,
und statt es zu lausen,
verschwand sie ganz eilig um´s Eck.

Schließlich holte die Tine tief Luft
und grübelte angestrengt.
Die Angst vor dem grünen Ding war verpufft,
doch … roch es hier angesengt?!

Sie schaute nach oben.
Ein Fenster hoch droben
war offen und Qualm drang heraus.
Gleich drauf sah ein Kopf,
ein wirr-blauer Schopf
aus dieser Wolke hinaus.
Mit glubschenden Augen
(kaum konnte sie´s glauben)
schaute das Monster herab.
Schon fiel ihr aufs Haupt,
keks-krüm´liger Staub
und saute sie ein, nicht zu knapp.

„Komm rauf, Kekse backen
und Schoki zerhacken,
die streuen wir dann in den Teig!“
Das klang so hypnothisch,
kein bisschen despotisch …
Sie folgte dem Fingerzeig.
Hinauf ging´s die Stiegen,
dann half sie beim Wiegen
von kiloweis´ Zucker und Mehl.
Sie butterte, rührte …
die arme Verführte,
ganz ohne Tadel und Fehl.
Das Monster, es krümelte,
kostete, pfriemelte,
ließ Tine für sich schuften.
So ging´s hin und her,
sie schwitzte gar sehr,
während keksige Kekse pufften.

Dann wurd´s ihr zu bunt,
sie rief laut in die Rund´:
„Ich back keine Kekse mehr!
Du Meister der Cookies,
hau ab zu den Wookies,
bevor ich mich handgreiflich wehr!“
Sie griff sich ein Messer
(das größ´re war besser)
und stürzte mit wildem Schrei
dem Monster entgegen,
durch Wut überlegen
und rutschte aus auf ´nem Ei!

Da wachte sie auf …
mit stark grimmendem Bauch
und zentnerschwerem Kopf.
War aufs Tiefste verstört,
von den Keksen verwirrt
und erbrach sich in einen Topf.
Plötzlich stand da ein Teller
mit Cookies und schneller
als selbst un´sre Feuerwehr
sprang Tine nun auf
voller Panik, im Lauf,
schrie sie: „Keine Kekse mehr!“

Katrin Kutsche (Oktober 2011)
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s