Vermöbelt

„Mädels, seid ihr für mich da?
Möbel schleppen?“ – „Aber ja!
Leichte Übung! Kein Problem.
Zusammen wird das sicher geh´n.“

Dann steh´n wir dort mit leichtem Frust.
„5. Stock? Echt?! – Keine Lust.“
Doch versprochen ist versprochen.
Schließlich sind wir harte Knochen.

Allein die Schrankwand hat vier Teile
und das dauert eine Weile.
Zunächst die Türen raus geschraubt.
Gaaaaah! Verdammt! Wie das hier staubt!

Der erste Schrank. Wir laufen munter,
voller Schwung die Stufen runter.
97 an der Zahl –
für Po und Beine hart wie Stahl.

Sperrig ist Schrank Nummer 2.
Eine fiese Frickelei
sind die Kurven dieser Treppen!
Manchmal fühl´n wir uns wie Deppen.

„Setz ihn ab! Er rutscht! Er RUTSCHT!“
Aus feuchter Hand es ziemlich flutscht.
Drum springt sogleich ein and´rer ein.
Teamwork, Baby! Ganz, ganz fein.

Am Transporter trifft man sich –
schwitzend, hochrot im Gesicht.
Solch Mühsal sorgt für feuchte Flecken
in Falken-Form, wie wir entdecken.

Irgendwie tut alles weh.
Staub liegt auf dem Dekolleté,
wo der Schrank die Brüste küsste.
Boar – wie man jetzt duschen müsste!

Keine Schwäche! Nicht verzagen!
Wer mag Sessel, Sofa tragen?
Niemand will. Erst mal was trinken.
Bett zerlegen. Alle stinken.

Ganz, ganz langsam naht das Ende,
und dank starker Frauenhände,
wird der Transporter vollgeladen.
(Mir zieht´s tierisch in den Waden.)

„Das geht dort nicht mehr daneben.“
Tetris. ^^ Nur im wahren Leben.
Wir stapeln neu und räumen aus,
dann wieder ein – Applaus, Applaus.

Treppauf, treppab in tausend Schritten
schnell geschleppt heißt kurz gelitten.
Alles unten. Halbzeit! Schööööön!
„Auf zur Wohnung!“ Klasse! *stöhn*

Keiner hat mehr richtig Bock.
Das Zeug muss in den zweiten Stock.
„Ich hoff´ der Schrank passt durch die Tür …“
murmelt Georgie. (Ich will Bier.)

Schwach möcht´ man zu Boden sinken,
würd´ nicht die Vergütung winken.
Pizza, Nachtisch und Getränke …
Pah! Was sind schon die paar Schränke?

Nach vier Stunden ist´s geschafft.
Allen fehlt´s an Saft und Kraft.
Zeit für konzentriertes Sitzen,
um das Sofa einzuschwitzen.

Gut! Das Futter ist schon hier,
ergänzt durch Limo oder Bier.
Wir lungern rum wie Bauarbeiter.
So rülpst es sich gleich viel befreiter!

Die reinste Emanzipation!
Der Arbeit wohl verdienter Lohn:
verknackster Knöchel, blaue Flecken –
die Umzugsnarben wahrer Recken.

Solch Schlepperei ist halt beschwerlich.
(Und feuchte Hände sind gefährlich!)
Zum Schluss erkannten wir benommen:
Handschuhe wären gut gekommen.

Katrin Kutsche (Juli 2016)
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