Der Goldmüller und der Wassermann

Mitte des 18. Jahrhunderts zog der Wanderhandwerker Abraham Strohbach nach Elstra und wurde Pächter der Haynmühle. Der Mann mit den geschickten Händen, der bei der Arbeit stets ein Liedchen pfiff, war schnell überall bekannt. „Goldmüller“ nannten ihn die Leute schon bald, denn alles was er anpackte, schlug ihm zum Guten aus. Freilich machte ihn das etwas stolz und so brüstete er sich stets: „Niemand ist so geschickt wie ich – alles bringe ich zustande!“
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Fund auf dem Kartoffelacker

Seufzend richtete sich Alice auf, dehnte und streckte ihre Glieder. Schweißtropfen standen auf ihrer Stirn, der Rücken schmerzte vom ständigen Bücken. Bereits den ganzen Vormittag über stand sie gemeinsam mit neun anderen Frauen auf dem Kriepitzer Acker und las Kartoffeln aus dem lockeren Boden. Sie blinzelte ins Sonnenlicht. Ein goldener Herbsttag im Jahre 1950 – wie geschaffen zur Kartoffelernte. Zum Schutz gegen die Sonne bedeckte ein Tuch ihre halblangen, braunen Haare. Sie war barfuß, wie meistens, wenn sie auf  dem Acker arbeitete. Kühler Lehm klebte zwischen ihren Zehen, ihre Beine waren tief braun bis fast hinauf zu den Knien, wo der Saum ihrer Schürze endete. Sinnend ließ sie den Blick über das Feld schweifen – hinüber zu ihrem Elternhaus, das nur wenige hundert Meter weiter zu sehen war. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und blendete sie. Mit der Hand beschattete Alice ihre Augen und schaute in Richtung Westen, wo sich hinter Elstra die bewaldeten Höhen des Schwarzenbergs, Ausläufer unseres schönen Lausitzer Berglandes, erhoben.
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