Drei Last-Minute-Weihnachtsgedichte

Letztes Jahr begann einer meiner Cousins, nur Minuten vor der Bescherung an Heiligabend hektisch im Internet nach kurzen Weihnachtsgedichten zu suchen. Knecht Ruprecht stand quasi bereits vor der Tür und drohte mit der Rute! Gar keine schlechte Idee also, etwas Passendes in petto zu haben. Hier nun drei kleine Vorschläge für all jene, die mal wieder vergessen haben, sich in angemessener Weise auf den Besuch des Weihnachtsmannes vorzubereiten.

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Des Winters Grau

Der Winter zerrt dir am Gemüt,
beschwert dir Kopf und Glieder,
vernebelt dir das Augenlicht
und drückt dich stetig nieder.

Die Luft liegt nass auf deiner Haut,
verschleiert dir den Blick.
Du fühlst die Kälte selbst im Traum
und bangst um dein Geschick.

Steh auf – befrei´dich von dem Grau!
Geh los und bleib nicht stehen.
Die Welt hat Farben und auch du
kannst sie bald wieder sehen.

Katrin Kutsche (Januar 2016)

Der Rentier-Schinder

Der Mann hat einen großen Sack, sein Mantel ist echt warm.
Nur sommers trägt er einen Frack und zeigt den starken Arm.
An Weihnachten hat er jedoch zum Feiern keine Zeit.
Jetzt säuft er Glühwein wie ein Loch und ist echt dauernd breit.
Sein Lieferjob kotzt ihn echt an, vom Fliegen wird ihm übel.
Sein Navi tut halt was es kann – er reihert in ´nen Kübel.
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Straßenbahn-Poesie

Schnee, ach Schnee von ferne seh´
ich nun nichts als Schnee auf Weh´…
Trotzdem ich nach draußen geh,
verlassend Heizung, Keks und Tee,
wo ich mich schlitternd um mich dreh
in Richtung Hauswand – doch oh weh!
Da *knack* bricht schon mein großer Zeh
an einer scheinbar flausch´gen Weh´.
Doch nee – aus Eis ihr Inn´res ist,
zudem von Hunden vollgepisst,
wie ich trotz trän´den Auges seh.
Wehklagend in der Weh´ ich steh.
Vor schmerzendem Schmerz ich fast vergeh
und wütend laut das Wetter schmäh:
„Drin bleib ich bis zum nächsten Klee!“

Katrin Kutsche (November 2014)

Auf dem Weihnachtsmarkt

Nachmittags, in froher Runde –
Mann, es ist echt scheiße kalt –
kommt es nach ner viertel Stunde
auf dem Weihnachtsmarkt zum Halt.
Karo ruft: „Es fröstelt mich!
Glühwein wärmt doch sicherlich!“
Also trinken wir uns warm.
1. Glühwein – Arm in Arm.

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