Auf dem Weihnachtsmarkt

Nachmittags, in froher Runde –
Mann, es ist echt scheiße kalt –
kommt es nach ner viertel Stunde
auf dem Weihnachtsmarkt zum Halt.
Karo ruft: „Es fröstelt mich!
Glühwein wärmt doch sicherlich!“
Also trinken wir uns warm.
1. Glühwein – Arm in Arm.

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Verdammt krümelig!

Eines Tages – die Tine war blau –
kam sie an ´ner Tonne vorbei.
Plötzlich erschallte es: „Tinööööö! Schau!
Hier ist noch ein Platz für dich frei!“

Und der Deckel, er hob sich,
der Müll, der verschob sich,
und raus kam ein grünes Ding.
Es stank und es guckte,
es schielte und spuckte,
und fing dann noch an zu sing´n:

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Miss Marie von Brie und ihr Weg zum Glück

Kapitel 1
Miss Marie von Brie war zweifellos die am besten aussehende junge Dame im heiratsfähigen Alter der kleinen Stadt Highjoke; von schlanker, doch wohlgeformter Figur, mit ebenmäßigem Gesicht, leuchtenden braun-grünen Augen, einem strahlenden Teint und einem Lachen, das selbst die Sonne hinter den Wolken hervorzulocken im Stande war. Als einzige Tochter der vermögenden Baronin von Brie konnten auch weniger wohlmeinende Zeitgenossen ihre Zukunftsaussichten nur als glänzend bezeichnen. Vermögen und Schönheit nährten die Hoffnung ihrer Verwandtschaft – sowie selbstverständlich der gesamten Einwohnerschaft Highjokes –, dass Miss von Brie schon bald eine glänzende Partie machen würde. Dieser allgemeinen Erwartung standen lediglich zwei Dinge im Wege: ihre große Klugheit und ihre wohl durchdachten, berechtigten Ansprüche an die Persönlichkeit ihres künftigen Ehemannes. So ausgeprägt waren diese schockierenden Charakterschwächen von Marie, dass es dementsprechend bisher keinem einzigen Herren gelungen war, ihr das Wasser zu reichen.
In der Tat“, pflegte sie zu sagen, „kann ich mir nicht vorstellen, dass es auf dieser Welt ein Mann vermag, mich wahrhaft zu fesseln. Solange annehmbare Intelligenz sich hinter überbordendem Stolz versteckt, Höflichkeit hinter Affektiertheit und Vertrauenswürdigkeit hinter Falschheit – wie es nur allzu oft der Fall ist – sehe ich für mein künftiges Eheleben keinerlei Hoffnung!“
Ihre verehrte Frau Mutter, die Baronin von Brie, konnte bei derlei Erklärungen lediglich verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und laut ausrufen: „Mein Gott, Kind! Sag doch nicht so etwas – wenn dich jemand hört!“ Marie warf daraufhin gewöhnlich ihr Haar über die Schulter zurück und machte auf dem Absatz kehrt, um aufgebracht – doch niemals wirklich übellaunig – das Zimmer zu verlassen. „Was habe ich bei ihrer Erziehung nur falsch gemacht?“, murmelte Frau Baronin dann mit Grabesstimme vor dem Portrait ihres verstorbenen Gatten.

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Topf und Tiegel in vier Teilen

Erster Teil:   
„Im Bad brauchst du ´ne Ewigkeit.
Wir müssen endlich los!
Ich bin das Warten wirklich leid.
Wie eitel bist du bloß?!“,
der Gatte voller Ungeduld
zu seiner Dame sagte.
Sie gab ihm Recht und fühlte Schuld,
sein Vorwurf an ihr nagte.
Noch auf der Party schmähte er
der Frauen Eitelkeit.
Die Männer lachten alle sehr,
den Frauen ging´s zu weit.
Doch eine übte sich in List
und rief erstaunt ihm zu:
„Wie stark ergraut dein Haar schon ist!“
Das ließ ihm keine Ruh.
Er ging ins Bad, blieb lange weg,
besah sein Haar im Spiegel,
bis seine Frau ihn dort entdeckt´:
„Der Topf spricht über´n Tiegel …“
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Sind die Lichter angezündet …

Dies ist ein recht unkomplizierter weihnachtlicher Sketch für sechs Personen.

Benötigt werden:
sechs Stühle, sechs Ausdrucke des Sketches, ein großes weißes Laken, eine Befestigung für das Laken (oder zwei Personen, die es festhalten), eventuell Requistien wie Perücken, Brille, Hut, Haarschmuck und Basecap, Textmarker zum Markieren der eigenen Dialog
stellen

Durchführung:
Das Laken dient als Vorhang, hinter dem die Darsteller sitzen. Sobald ein Darsteller an der Reihe ist, steht er auf, trägt seinen Text vor und setzt sich sofort wieder. Hierbei wird von jedem immer nur der Kopf sichtbar, der in Richtung des Dialogpartners oder
bei Monologen – zum Publikum gedreht wird. Da die meiste Zeit alle vom Vorhang verborgen werden, ist kein Text auswendig zu lernen, was eine halbwegs spontane Aufführung ermöglicht.

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Erzähler: Es ist der Tag vor Heilig Abend. Wir sind zu Besuch bei Familie Rüttelmeier, wo alle ziemlich spät dran und die weihnachtlichen  Vorbereitungen im vollen Gange sind. Während Vater Rüttelmeier seinen Kampf mit der Außenbeleuchtung am Haus beginnt …

Vater: Die Glühbirnen sehen auch nicht mehr so taufrisch aus …
(abwinkend) Ach, das geht schon. Ich steck das mal eben an.
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